GESUNDHEIT

Gesundheit_Ausschnitt KopieIn Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch bei über 1,2 kg pro Woche – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt maximal 300-600 g.

Welche gesundheitlichen Vorteile hat ein veganer / vegetarischer Lebensstil?

pexels-photo-111112Inzwischen ist allgemein bekannt: Wer weniger tierische Produkte konsumiert kann Volkskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs vermeiden.
Eine britische Studie hat gezeigt, dass durch eine Reduzierung des Fleischkonsums um 30 % allein in Großbritannien jährlich 18.000 vorzeitige Todesfälle vermieden werden könnten. Auf Deutschland übertragen wären dies über 24.000 Menschen pro Jahr. Fünfmal mehr, als jährlich im Autoverkehr sterben.

Für die Behandlung ernährungsbedingter Krankheiten werden in Deutschland jährlich etwa 70 Milliarden Euro ausgegeben. Ein Großteil dieser Krankheiten ist durch eine gesündere Ernährung, das heißt einen höheren Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten und eine Reduktion fettreicher, tierischer Lebensmittel, vermeidbar.

Das ist ja auch logisch, denn pflanzliche Nahrungsmittel enthalten eine bunte Mischung an gesundheitsförderlichen Substanzen – Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien, Kohlenhydrate und mehr. Viele Vegetarier und Veganer berichten, dass sie sich fitter und gesünder als zuvor fühlen. Das erklärt auch, warum sich Hochleistungssportler für die pflanzliche Ernährung begeistern können. Unter ihnen Patrik Baboumian, der stärkste Mann Deutschlands 2011…

Ist das für jeden geeignet?

„Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Jugend.“ (Position der American Dietetic Association (ADA), 2009

)

Vegetarisch lebende Menschen sind bei einer abwechslungsreichen Lebensmittelauswahl gut mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt. “Früher wurden vegetarische Kostformen meist unter dem Aspekt möglicher Nährstoffmängel untersucht. Heute geht die Ernährungsforschung davon aus, dass die gesundheitlichen Vorteile einer vegetarischen Ernährung die möglichen Risiken bei weitem übersteigen und dass eine vegetarische Kost demnach stärker gesundheitsförderlich ist als die von der Allgemeinbevölkerung praktizierte Ernährung.“
 Leitzmann, C./Keller, M.: Vegetarische Ernährung. 2. Aufl., UTB Stuttgart 2010

Hilfe – woher bekomme ich meine Proteine?! Und Vitamin B12?!

Kennst du einen Vegetarier oder Veganer, der an Proteinmangel leidet? Wahrscheinlich nicht. Und trotzdem ist ein weit verbreiteter Glaube, dass wir tierische Produkte als Proteinquelle brauchen. Dem ist aber nicht so! Denn jede Pflanze enthält Proteine – und das zur Genüge…

Wusstest du, dass pflanzliche Nahrungsmittel alle essentiellen Aminosäuren enthalten? Das sind Aminosäuren, die wir nicht selbst herstellen können, sondern durch die Nahrung aufnehmen müssen. Auch mengenmäßig brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Die DGE empfiehlt für einen Erwachsenen ca. 50g Protein am Tag – diese sind schon in ca. 200g roten Linsen enthalten. Oder, wenn du zum Frühstück ein Müsli mit 100g Haferflocken isst, hast du schon ein Viertel der Tagesmenge zu dir genommen. Einige Wissenschaftler gehen sogar von weit niedrigeren Bedarfsmengen aus…

Tatsächlich ist Protein definitiv eher ein Grund, tierische Lebensmittel zu reduzieren. Denn Untersuchungen zeigen, dass Protein in größeren Mengen schädlich ist. Besonders tierische Proteine gelten als Förderer von Zivilisationskrankheiten. So kommt der renommierte amerikanische Ernährungsforscher T. Colin Campbell in seinem in seiner „China Study“ zu dem Schluss:  „Die Menschen, die am meisten Tierprotein zu sich nehmen, leiden am häufigsten an Herzerkrankungen, Krebs und Diabetes.“ (Campbell, T. Colin: China Study. Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise. 2011 Bad Kötzting)

Auch um die Vitamin B12-Zufuhr bei einer pflanzlichen Ernährung machen sich viele Sorgen. Aber entgegen der allgemeinen Meinung ist Vitamin B12-Mangel ist keine spezielle Sache der Vegetarier und Veganer. Jeder fünfte Deutsche leidet – wenn auch unbewusst – daran. Auch Allesesser. Denn das Vitamin wird nicht etwa von Kühen und Schweinen produziert, sondern von Mikroorganismen, die in der Erde und auf Pflanzen leben. Da in der konventionellen Landwirtschaft jedoch sehr viele Chemikalien eingesetzt werden, können die Bakterien nicht überleben. Somit ist meist weder in unserem Essen, noch in dem unserer Nutztiere genügend Vitamin B12 enthalten. Enthält ein Tierprodukt dennoch B12, wurde dieses in der Regel dem Futter des Tiers zugesetzt oder stammt aus der biologischen Landwirtschaft, in der weniger Chemikalien verwendet werden. Anstatt aber Fleisch zu essen, das B12 aus einem Nahrungsergänzungsmittel enthält, kannst du es genauso gut selbst supplementieren… Informiere dich einfach in deiner Apotheke!