KLIMASCHUTZ

KlimaschutzWusstest du, dass 18% der weltweiten Treibhausgase durch die Produktion von Fleisch, Fisch und Milch entstehen?

Das sind mehr als alle Transport- und Verkehrsabgase zusammen. Wo auch immer von Klimawandel die Rede ist, treten Autos, Energiesparlampen und das tägliche Duschen ins Kreuzfeuer. Was aber, wenn wir durch die Wahl unseres Essens viel mehr verändern können? Ein Kilogramm Fleisch essen oder 250 Kilometer mit dem Auto fahren, einen Tag Fleisch essen oder 90 Badewannen voll Wasser verbrauchen – das sind Maßstäbe, die tatsächlich gelten.

Deshalb stellt sich die Frage: welchen Anteil hat unser Essen an der Klima- und Umweltbelastung?

 

Quelle: foodwatch / Dirk Heider

Quelle: foodwatch / Dirk Heider

Fleisch und der Treibhauseffekt

Laut UNO werden 18% des Klimawandels durch Tierhaltung verursacht. Das ist mehr als der weltweite Transportsektor mit all seinen Autos, Lastwagen, Schiffen und Flugzeugen beiträgt.

Einerseits tragen die Tiere direkt durch ihre Ausstöße – vor allem Methan – zum Kilmawandel bei. Außerdem belasten der landwirtschafliche Verkehr, die Wärmegewinnung sowie die Herstellung von Düngemitteln und Pestiziden das Klima.

Damit ist die Herstellung von einem Kilogramm Fleisch klimaschädlicher als eine 250 Kilometer lange Autofahrt.

 

Fleisch und Regenwald

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Quelle: Fleischatlas 2013

Wusstest du, dass in Brasilien mehr Rinder als Menschen leben? Über 200 Millionen Tiere um genau zu sein. Und um Weideplatz für diese Tiere zu schaffen, wird der Regenwald dort abgeholzt. Nach Berechnungen des brasilianischen Regierungsinstituts für Fernbeobachtung (Inpe) sind über 62 Prozent der entwaldeten Flächen Viehweiden. Und viele weitere dienen zum Futteranbau für die Tiere. Nicht nur in Brasilien wird der Regenwald für die Viehzucht abgeholzt – das passiert überall auf der ganzen Welt. Und das, obwohl der Regenwald „die grüne Lunge“ unseres Planeten ist. Denn allein der Amazonas produziert 20 Prozent des gesamten Sauerstoff auf der Erde.

Außerdem ist der Regenwald das Zuhause von unglaublich vielen Tier- und Pflanzenarten, die meisten von ihnen noch gar nicht entdeckt oder erforscht. Doch bereits knapp ein Drittel der weltweiten Wildtierreservate wurden durch eine handvoll verschiedener sogenannter Nutztierarten verdrängt. Durch die Rodung des Regenwald und anderen Faktoren, wie zum Beispiel Überfischung und Verschmutzung, trägt die Tierwirtschaft stark zum Artenverlust bei.

Fleisch und Boden

Die menschlichen Fäkalien werden heute zum Großteil über Kläranlagen entsorgt, die tierischen Exkremente werden jedoch immer noch auf die Felder geschüttet bzw. gespritzt. Diese gelangen über den Boden in das Grundwasser und kontaminieren, auch mittels Antibiotika, das Trinkwasser.

Ammoniak gilt wegen der Übersäuerung des Bodens als mitverantwortlich für das Waldsterben und den sauren Regen. Zwei Drittel des Ammoniaks entweichen als Foge der Landwirtschaft. Die Tierhaltung macht dabei 51 und der Mineraldünger 14 Prozent aus. Wälder enthalten heute dreimal mehr Stickstoffe (aus Ammoniak) in den Böden als noch vor 50 Jahren. Das Bundesamt für Landwirtschaft geht davon aus, dass in der Schweiz 90 % aller Waldböden einen kritischen Wert an Stickstoffoxiden aufweisen.

Das Resultat des niederländischen Instituts für Gesundheit und Umweltschutz: „Das Nitrat aus der Gülle entweicht als Ammoniakgas auch in die Luft; es ist ein Umweltgift, das den so genannten sauren Regen und andere säurehaltige Ablagerungen hervorruft. In Holland stammt der größte Teil der Niederschläge von den Ammoniakgasen aus den Kuhställen – sie schaden dem Land mehr als alle Automobile und Fabriken“.

 

Die Produktion von tierischen Lebensmitteln verbraucht auch unglaublich viele Ressourcen wie Wasser und Getreide. Lese mehr dazu unter „Gerechtigkeit“.